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"Woodpecker" und andere "Knatterföxe"Störaustastung - Einleitung:
Der im letzten Jahr (1977) vermehrt auf den Bändern aufgetretene
sowjetische "Specht" hat oft zu allgemeiner Verärgerung geführt, ja es wurde sogar schon über erfolgreiche wenn auch verbotene Gegenstörversuche gemunkelt. Gelänge es, diese Pulsstörungen auszutasten, so wäre das Problem beseitigt.
Quelle: CQ-DL (ADDX) Ausg. 7/78
Audiobeispiele: Kurze Zusammenfassung:
Tieffliegende Flugobjekte, die von "normalem" Mikrowellen-Radar nicht erfaßt werden können, werden mit der speziellen Entwicklung des Kurzwellen-Radars aufgespürt. - Diese Art von Radar-System wurde bereits im Zweiten Weltkrieg entwickelt, gelangte zu Zeiten des Ost-West-Konfliktes militärisch zu einer hohen Bedeutung und findet auch heutzutage gelegentlich noch bei Früherfassung und Raketenabwehr seinen Anwendungsbereich. Dabei wird eine Unterscheidung getroffen zwischen reinem Jonosphären-Radar und Bodenwellen-Reflexions-Radar.
"...My supervisor in this work was Arnold Wilkins who was the coworker of Sir Robert Watson-Watt and who in 1935 set up the first experiment on detection of aircraft by radio in the UK. Watson-Watt also founded the Chain Home, the chain of radar stations around the UK that were the crucial aid to successful employment of fighter aircraft intercepting German bomber raids in the Battle of Britain. We demonstrated satisfactorily that one could detect low-flying aircraft by this so-called 'ground wave radar' out to much greater ranges than microwaves permitted.
This was another period when I had all sorts of scientific problems and possibilities drawn to my attention. I was very interested in the fading properties of sea clutter. Wilkins said 'You don't get sea clutter at these frequencies', but he was thinking of the horizontal polarization used in the Chain Home. Vertical polarization had revealed sea clutter coming from long ranges. This faded, and the fading turned out to have an extraordinary potential as a mine for data, which became evident later. I was also intrigued by the fact that when an aircraft was going through this sea clutter, you could see the location of the aircraft by a sort of fluttering pulse when it was considerably lower in amplitude than the clutter and noise. Also, turning attention to the noise, one could calibrate a receiver, turning the signal generator down until it was well below noise, and by putting a meter on the output of the receiver, one could detect that there was a difference between the output voltage when the carrier was there and when it was not. This 'post-detector integration' and 'signal processing' business opened up a whole field of research for me later, but this was where the possibilities first came to light..." Jindalee - australisches OHR
Jindalee Operational Radar Network (JORN) ist ein Computernetzwerk gestütztes, in Australien benutztes Über-Horizont-Radar-System, das 1989 eine weitere Finanzierung in Höhe von 2 Millionen Dollar Aufbauhilfe beantragte. Im Rundfunkmitschnitt Radio Australiens vom 1. Oktober 1989 (21525 kHz, 07:30 UTC) wurde darüber in der Sendereihe "Communicator" berichtet:
"...Das Geräusch des Über-Horizont-Radar Jindalee bei Alice Springs wurde hier gerade gesendet. Das Projekt wurde vor über 20 Jahren gegründet, um zu versuchen, eine Wellenaussendung via Kurzwelle zu ermöglichen, in der Absicht, mehrere tausend Kilometer weit über den Horizont zu schauen, insbesondere festzustellen, welche Art von Luftverkehr gerade über der offenen See vor der Küste von Australien stattfindet. Das Prinzip von Funk-Echo-Radar dieser Art wurde in den 1970-er Jahren auch von den Sowjets mit dem sogenannten "Woodpecker" angewendet. Bisherige Systeme dieser Art versprachen aber nur zweifelhaften Erfolg. Das australische Über-Horizont-Radar-System durchlief eine wechselvolle Geschichte und stand kurz vor dem endgültigen Aus.
Wo nun das Jindalee-Projekt steht, wie es nun aus dem Experimentalstadium heraustritt und verbessert werden konnte, erläutert im folgenden Interview ...Receiving Site and Technology Organization in Tokio.
Die Verbesserungen finden in der Hauptsache auf der Empfangsseite und bei der Auswertung der reflektierten Signale statt...Jeder Kurzwellenhörer weiß, wie sich der sowjetische "Woodpecker" anhört, es ist ein sehr "verpestendes" System. Sind nun bei "Jindalee" ähnlich geartete Störungen des Funkverkehrs zu erwarten ?...
Im Gegensatz zum sowjetischen "Woodpecker" arbeitet das australische System nur auf einer absolut freien Frequenz. Um mögliche Störungen anderer Funkdienste - insbesondere von Radio Australien - auszuschließen, werden vor jeder Inbetriebnahme umfangreiche Bandscans gemacht. Die Aussendungen erfolgen hauptsächlich auf Frequenzen außerhalb normaler Rundfunkbänder. Kreuzmodulation nach Art des sogenannten "Radio-Luxemburg-Effektes" sollen weitestgehend ausgeschlossen sein..."
Akustisch unterscheidet sich Jindalee im normalen Kurzwellenempfänger deutlich vom "Woodpecker", es ist ein gewobbeltes Rauschen mit der Frequenz von cirka 2 Hertz zu vernehmen.
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